Installation | Interaktion | In Situ, mit Acrylfarbe Rot gefärbter Reis, 2016, 190 x 190 cm, MUMUTH Kunstuniversität Graz
Diese Arbeit wurde im Zuge des KlimARS Wettbewerbes am 17. Österreichischen Klimatag, 2016 in Graz gezeigt. Die Installation „Red Rice Carpet“ ist ein künstlerisches Werk, das durch seine minimalistische und zugleich symbolträchtige Gestaltung besticht. Platziert im Eingang des MUMUTH, besteht die Arbeit aus mehreren Kilo rot gefärbten Reis und bildet so die Form eines Teppichs nach. Die Positionierung verhindert ein Ausweichen und zwingt die Besucher beim Betreten des Gebäudes zur Interaktion mit der Arbeit. Die Installation selbst interagiert mit ihrer Umgebung durch die Transparenz der Glaswände und die einfallenden Lichtstrahlen, die die Textur des Reises betonen und die rote Farbe noch intensiver wirken lassen.
„Red Rice Carpet“ spielt mit der Idee des roten Teppichs als Symbol für Exklusivität und Feierlichkeit, während die Verwendung von Reis – einem Grundnahrungsmittel – eine Verbindung zur Basis des Lebens und zur globalen Kultur herstellt. Die Installation fordert den Betrachter auf, über die Bedeutung von Luxus, Gastfreundschaft und die Wertschätzung alltäglicher Ressourcen nachzudenken. Die Besucher betreten einen roten Teppich. Gleichzeitig treten sie Reis – ein Symbol für die Ressourcen unserer Welt – mit Füßen. Durch diese Handlung entsteht eine bewusste und unbewusste Reflexion über den Umgang der Menschheit mit natürlichen Ressourcen. Der Reis, dessen Anbau u. a. durch Methanemissionen ökologische Auswirkungen hat, fungiert hier als Material und Metapher zugleich: notwendig, alltäglich und doch problematisch.
Die Arbeit lebt von der Interaktion. Durch das Betreten verändern die Besucher die Installation, hinterlassen ihre „Footprints“ und zerstören sie allmählich – ohne dies intendiert zu tun. Diese kontinuierliche Veränderung ist Teil des Konzepts. Der Prozess des Vergehens wird dokumentiert fotografisch begleitet, um die Transformation im Laufe der Zeit festzuhalten.
Einige der Besucher nahmen sich eine Handvoll Reis mit – als Erinnerung an ihre eigene Spuren hinterlassende Handlung und an die Vergänglichkeit der Arbeit… Dieses Werk ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Kunst, Materialität und Raum, das durch seine Einfachheit und Symbolkraft besticht.

